Praxis-Leitfaden: was ist nach dem anbau von winterreifen an ihrem pkw zu beachten – Sicherheit, Leistung, Recht
Nach dem Reifenwechsel zählt jede Kleinigkeit: richtiger Luftdruck, korrekt angezogene Radschrauben, saubere Radauflagen, gesetzeskonforme Reifenkennzeichnungen, ein korrektes Handling des RDKS und die passende Fahrweise. Hier erfährst Du Schritt für Schritt, was unmittelbar nach der Montage zu tun ist, wie Du Fehler vermeidest und wie Du Deine abgenommenen Sommerreifen professionell einlagerst – sachlich, strukturiert und praxistauglich.
Unmittelbare Checks nach der Montage
Starte mit den Basics. Diese Punkte bestimmst Du am besten direkt nach der Montage oder vor der ersten längeren Fahrt.
| Check | Ziel/Orientierung | Wann | Werkzeug/Hinweis |
|---|---|---|---|
| Reifendruck prüfen und einstellen | Laut Fahrzeughersteller (Türholm, Tankklappe, Bordbuch) | Sofort nach Montage, dann monatlich | Luftdruckprüfer/Kompressor; kalte Reifen messen |
| Radschrauben/-muttern kontrollieren | Saubere Gewinde, richtige Länge, kein Rost | Vor erster Fahrt | Optische Kontrolle; nicht fetten |
| Drehmoment nachziehen | Herstellerdrehmoment einhalten | Nach 50–100 km | Drehmomentschlüssel; Stern-/Kreuzmuster |
| Profiltiefe messen | Empfohlen min. 4 mm (gesetzlich 1,6 mm) | Vor/bei der Montage | Profiltiefenmesser/1-Euro-Münze (Goldrand ~3 mm) |
| Reifenalter prüfen (DOT) | Ab ~6–8 Jahren sinkt Grip, Gummi versprödet | Vor/bei der Montage | DOT-Code an Reifenflanke ablesen |
| Reifen auf Schäden checken | Keine Risse, Beulen, Nägel, Fremdkörper | Vor/bei der Montage | Gründliche Sicht- und Tastkontrolle |
| Laufrichtung/Fitment | Pfeil/„Rotation“-Markierung beachten | Bei der Montage | Richtungsgebundene Reifen korrekt montieren |
| RDKS überprüfen/initialisieren | Sensoren melden korrekte Werte/keine Warnung | Direkt nach Montage | Fahrzeugmenü/Werkstatt je nach System |
Merke: Nie Radschrauben/-muttern oder deren Gewinde fetten. Schmierstoffe verfälschen das Anzugsdrehmoment und erhöhen die Gefahr des Überdrehens. Die Anlageflächen müssen sauber und trocken sein.
Reifendruck: präzise einstellen – nicht raten
- Orientiere Dich an den Angaben des Fahrzeugherstellers (Sticker an der B-Säule/Tankklappe oder im Handbuch) – nicht an Maximalangaben auf der Reifenflanke.
- Miss den Druck kalt (nach min. 2–3 Stunden Standzeit oder wenigen, sehr langsamen Kilometern).
- Bei Beladung/Autobahn gelten oft separate Werte (nachsehen im Sticker/Handbuch).
- Unterschiedliche Rad-/Reifenkombinationen (z. B. andere Felgengröße im Winter) können andere Herstellerwerte haben – checke die passende Zeile.
Radschrauben: Zustand, Sitz und Nachziehen
- Kontrolliere Gewinde, Kegel-/Kugelbund und Radbolzenlänge (insbesondere bei Zubehörfelgen).
- Reinige Anlageflächen (Radnabe, Felgenauflage, Zentrierung) mit Drahtbürste – frei von Rost, Farbe, Dreck.
- Ziehe schrittweise im Stern-/Kreuzmuster an. Endanzug mit Drehmomentschlüssel nach Herstellervorgabe.
- Nach 50–100 km das Drehmoment nochmal prüfen. Das reduziert das Risiko eines Radverlusts.
Profiltiefe, Schäden und Alter (DOT)
- Empfehlung: min. 4 mm bei Winterreifen (gesetzlich sind 1,6 mm das Minimum – zu wenig für Schnee/Schneematsch).
- Check auf Risse, Beulen, Schnitte, Nägel. Auch innenseitiges Profil prüfen.
- Prüfe das Reifenalter (DOT): Die letzten vier Ziffern geben Kalenderwoche und Jahr an (z. B. 2519 = KW 25/2019). Ab etwa 6–8 Jahren nimmt die Performance spürbar ab.
| DOT-Beispiel | Bedeutung | Hinweis zur Nutzung |
|---|---|---|
| 2519 | KW 25 im Jahr 2019 | Bei guter Profiltiefe noch nutzbar, Grip altersbedingt reduziert |
| 4216 | KW 42 im Jahr 2016 | Zusätzliche Vorsicht: Alter > 8 Jahre – Wechsel erwägen |
Bremsanlage und Radauflageflächen: sauber, plan, sicher
Die Felge muss plan auf einer sauberen Radnabe sitzen – sonst drohen Unwuchten, Vibrationen und sich lockernde Schrauben. Nutze die Gelegenheit zur Sichtprüfung der Bremsanlage:
Radnabe und Anlageflächen
- Reinigen: Rost und Schmutz an Radnabe, Zentrierbund und Felgenanlagefläche mit Drahtbürste entfernen.
- Kontrollieren: Zentrierringe (bei Zubehörfelgen) auf korrekten Sitz und Unversehrtheit prüfen.
- Kein Fett/Antiseize auf Anlageflächen oder Gewinden; nur extrem hauchdünne, geeignete Trennmittel an der Nabenauflage, wenn der Hersteller dies explizit empfiehlt.
Bremsen prüfen
- Beläge: Mindestens etwa 3 mm Restbelag.
- Schreiben: Sichtprüfung auf Risse, Hitzerisse, Verfärbungen; ein fühlbarer Grat am Rand weist auf Verschleiß hin.
- Funktionscheck: Nach Montage bei niedriger Geschwindigkeit einige Bremsungen durchführen, um ein Gefühl für das Pedal zu bekommen.
Tipp: Spürst Du danach Pulsieren im Pedal oder starkes Rubbeln am Lenkrad, prüfe Radzentrierung, Felgensitz und – wenn nötig – lasse die Räder auswuchten.

Erste Fahrt und angepasstes Fahrverhalten
Neue oder frisch montierte Winterreifen benötigen eine kurze Einfahrzeit, bis Trennmittelreste abgetragen sind und die volle Performance anliegt.
Einfahrphase (ca. 100–300 km)
- Keine Vollbremsungen oder abrupten Manöver, wenn vermeidbar.
- Vermeide extremes Kurven- und Beschleunigungsverhalten.
Defensive Fahrweise – besonders bei Glätte
- Geschwindigkeit anpassen an Sicht, Verkehr, Straßenzustand und Witterung.
- Abstand vergrößern: Auf Eis kann der Bremsweg bis zu achtmal so lang sein wie auf trockenem Asphalt.
- Niedertourig im höheren Gang fahren, um das Durchdrehen der Räder zu vermeiden und Grip aufzubauen.
- Gefühlvoll lenken, bremsen, beschleunigen – elektronische Helfer sind keine Allheilmittel.
RDKS (Reifendruckkontrollsystem): direkt vs. indirekt
| System | Funktionsweise | Vorteile | Zu beachten nach Reifenwechsel |
|---|---|---|---|
| Direktes RDKS | Druck-/Temperatursensoren im Rad funken an Steuergerät | Exakte Werte pro Rad, schnelle Erkennung von Druckverlust | Sensoren prüfen/initialisieren; ggf. anlernen lassen; Batteriezustand beachten |
| Indirektes RDKS | Erkennt Druckänderungen über ABS/ESP-Signale (Abrollumfang) | Kein Sensor im Rad, günstiger | Nach Druckänderung/Systemwechsel im Bordmenü resetten |
- Direktes RDKS: Informiere die Werkstatt vorab. Nach dem Wechsel ggf. neu initialisieren oder anlernen; manche Fahrzeuge erkennen Sensoren automatisch nach kurzer Fahrt.
- Indirektes RDKS: Nach dem Einstellen des korrekten Luftdrucks über das Menü kalibrieren (z. B. „Reifen speichern“).
- Bei Warnung: Druck sofort messen und korrigieren. Hält der Reifen die Luft nicht, lass ihn prüfen (Nagel, Riss, Ventilproblem).
Rechtliches: Kennzeichnungen und Vorgaben
Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen Winter- oder Ganzjahresreifen bestimmte Anforderungen erfüllen.
| Merkmal | Vorgabe | Hinweis |
|---|---|---|
| Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke, 3PMSF) | Pflicht seit Herbst 2024 für Reifen, die bei winterlichen Bedingungen gefahren werden | Gilt für Winter- und Ganzjahresreifen |
| M+S-Kennzeichnung ohne Alpine-Symbol | Nicht mehr zulässig bei winterlichen Bedingungen (Übergangsfristen ausgelaufen) | Neue Reifen unbedingt mit 3PMSF wählen |
| Mindestprofiltiefe (gesetzlich) | 1,6 mm | Praxistipp: min. 4 mm für Winterreifen |
| Bußgeld bei Verstoß | Mindestens 60 € | Je nach Situation auch mehr (z. B. Behinderung) |
Prüfe bei Neukauf neben dem Alpine-Symbol auch Last- und Geschwindigkeitsindex. Winterreifen dürfen je nach Zulassung einen niedrigeren Geschwindigkeitsindex als Sommerreifen haben – dann muss eine Geschwindigkeitswarnung (Sticker) gut sichtbar im Cockpit angebracht sein. Lies dazu die Fahrzeugpapiere/Bordhandbuch.

Sommerreifen: kennzeichnen, prüfen, reinigen
Nach dem Wechsel beginnt die Pflege der abgenommenen Räder. So vermeidest Du Verwechslungen und ungleichmäßigen Verschleiß bei der nächsten Saison.
- Position markieren: Z. B. „VR“ (vorn rechts), „VL“, „HR“, „HL“ mit Wachskreide oder Etikett. So kannst Du beim nächsten Wechsel rotieren.
- Reinigen: Felgen von Bremsstaub/Salz befreien; Reifen mit mildem Reiniger säubern; gut trocknen.
- Zustand notieren: Profiltiefe, sichtbare Schäden, DOT – ideal in einer kleinen Wartungsliste.
Lagerung: so überwintern Deine Sommerreifen korrekt
Die richtige Lagerung schützt Struktur und Gummimischung. Unterschiedliche Regeln gelten für Kompletträder (Reifen auf Felge) und lose Reifen.
| Fall | Lagerposition | Druck | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Kompletträder (mit Felge) | Flach liegend stapeln oder an Felgenbaum/Felgenhalter aufhängen | +0,2 bis +0,5 bar gegenüber Sollwert | Zwischenlagen (Pappe/Handtücher) verwenden; nicht stehend lagern |
| Reifen ohne Felge | Aufrecht (stehend), nicht stapeln | Kein Druck nötig (ohne Felge) | Alle paar Wochen leicht drehen, um Standplatten zu vermeiden |
- Klima: Kühl, trocken, dunkel, gut belüftet. Ideal sind ~15–25 °C. Keine direkte Sonne, keine Heizkörpernähe.
- Schutz: In saubere Plastikbeutel mit wenig Restluft verpacken; verschließen schützt vor Ozon/Schmutz.
- Auflage: Stapeln nicht zu hoch; Druckpunkte vermeiden.
Tipp: Erhöhe vor dem Einlagern den Reifendruck um 0,2–0,5 bar. Das reduziert den Druckverlust über den Winter und schützt vor Verformungen.
Saison-Check am Fahrzeug: Wintertauglich in 30 Minuten
Der Reifenwechsel ist der beste Anlass für einen kompakten Wintercheck durchs ganze Auto.
- Batterie: Spannung prüfen (Richtwert voll: ~12,7–12,8 V). Bei niedrigen Werten laden oder Zustand testen lassen.
- Kühlmittel-Frostschutz: Frostschutzgrad prüfen (in D i. d. R. bis –25 °C ausreichend). Bei Bedarf korrigieren.
- Scheibenwasch-Frostschutz: Wintergemisch auffüllen (mindestens bis –20 bis –25 °C). Leitungen damit durchspülen (kurz sprühen).
- Wischerblätter: Prüfen, ob sie schmieren oder ruckeln; ggf. tauschen.
- Beleuchtung: Alle Leuchten checken; Scheinwerferhöhe an Winterbeladung anpassen.
- Dichtungen: Gummis an Türen/Kofferraum mit Pflegemittel behandeln (Anfrieren vermeiden).
- Notfallset: Warnweste, Warndreieck, Erste-Hilfe, Taschenlampe (gern Dynamo), Decke, Handschuhe.
- Winterhelfer: Eiskratzer, Handfeger, Türschlossenteiser (außerhalb des Fahrzeugs aufbewahren!), ggf. Schneeketten.
- Reparaturset/Reserverad: Prüfen, ob Bordwerkzeug vollständig ist; Reserverad-Druck checken, falls vorhanden.
Typische Fehler – und wie Du sie vermeidest
- Falsche/uneinheitliche Bereifung: Keine Mischung aus Sommer- und Winterreifen. Vier gleichwertige, wintertaugliche Reifen mit Alpine-Symbol montieren.
- Unsaubere Anlageflächen: Rost/Dreck an der Nabe führt zu Flattern und losem Sitz.
- Falsches Drehmoment/gefettete Gewinde: Kann zu Radverlust oder Schäden führen. Immer trocken, sauber, korrekt anziehen – und nachziehen.
- Zu geringer Reifendruck: Verlängerter Bremsweg, erhöhter Verschleiß, höherer Verbrauch.
- Zu alte Reifen mit wenig Grip: Selbst bei ausreichender Profiltiefe sinkt Performance mit dem Alter.
- Winterreifen im Sommer: Verlängerte Bremswege, schwammiges Fahrverhalten, schneller Verschleiß. Bei dauerhaft über 7 °C auf Sommerreifen wechseln.
- RDKS ignorieren: Warnungen ernst nehmen – Defekte/Leckagen zeitnah prüfen.
Wartungsplan: so bleibst Du den Winter über sicher
| Zeitpunkt | Maßnahme | Warum |
|---|---|---|
| Direkt nach Montage | Reifendruck einstellen, RDKS initialisieren, Anlageflächen-/Radschraubencheck | Basis für Sicherheit und Fahrstabilität |
| Nach 50–100 km | Radschrauben mit Drehmomentschlüssel nachziehen | Sicherung gegen Setzerscheinungen |
| Monatlich | Reifendruck prüfen, Profil sichten, Schäden checken | Frühwarnung bei Leckagen/Verschleiß |
| Zur Saisonmitte | Reifen vorne/hinten rotieren (falls zulässig), Achsgeometrie prüfen bei ungleichmäßigem Abrieb | Gleichmäßiger Verschleiß, stabiler Geradeauslauf |
| Beim Frühlingseinbruch | Rechtzeitig auf Sommerreifen wechseln | Optimale Performance, kürzere Bremswege, weniger Abrieb |
Fehlersuche: Symptome deuten, Ursachen finden
- Lenkrad flattert ab ~80–120 km/h: Unwucht, verschmutzte Anlageflächen, Zentrierring fehlt/defekt – auswuchten lassen, Sitz prüfen.
- RDKS-Warnung wiederkehrend: Undichte Ventile, nagelnde Leckage, beschädigter Sensor – Werkstattprüfung.
- Auto zieht zu einer Seite: Falscher Luftdruck, Schäden am Reifen, Achsvermessung nötig.
- Lautes Abrollgeräusch: Sägezahnbildung, niedriger Druck, ungleichmäßige Abnutzung – Rotation prüfen, Druck anpassen, ggf. Stoßdämpfer checken.
- Langer Bremsweg/ABS greift früh: Geringe Profiltiefe, verhärtete Gummimischung (Alter), niedriger Druck – Reifenqualität und -zustand prüfen.
Checkliste zum Ausdrucken
- Reifendruck laut Hersteller einstellen (kalt messen)
- Radschrauben: sauber, trocken, richtiges Drehmoment; nach 50–100 km nachziehen
- Profiltiefe messen (Ziel: ≥ 4 mm), Schäden checken, DOT lesen
- Laufrichtung und Position korrekt, RDKS initialisieren
- Erste 100–300 km defensiv fahren (Einfahrphase)
- Sommerreifen: Position markieren, reinigen, Zustand dokumentieren
- Sommerreifen korrekt einlagern (Kompletträder stapeln/aufhängen; lose Reifen stehend lagern)
- Wintercheck: Batterie, Frostschutz, Wischer/Wasch, Licht, Notfallausrüstung, ggf. Schneeketten
Fazit
Die Antwort auf die Frage, was ist nach dem anbau von winterreifen an ihrem pkw zu beachten, ist klar: Stelle zuerst den korrekten Luftdruck her, kontrolliere Radschrauben und Anlageflächen, prüfe Profil, Alter und Zustand der Reifen, initialisiere ggf. das RDKS und passe Deine Fahrweise an. Saubere Montage- und Prüfprozesse – inklusive Nachziehen nach 50–100 km – sind essenziell für Sicherheit und Performance. Rechtliche Vorgaben (3PMSF/Alpine-Symbol) müssen erfüllt, die abgenommenen Sommerreifen korrekt gekennzeichnet, gereinigt und fachgerecht gelagert werden. Mit diesen Schritten fährst Du sicherer, verlängerst die Lebensdauer Deiner Reifen und vermeidest teure Folgeschäden.
FAQ: Häufige Fragen nach dem Reifenwechsel
Wie hoch soll der Reifendruck bei Winterreifen sein?
Richte Dich nach den Herstellerwerten für Dein Fahrzeug (Sticker an Türholm/Tankklappe oder im Bordbuch). Miss den Druck kalt. Die Angaben sind oft nach Beladung und Geschwindigkeit (z. B. Autobahn) gestaffelt.
Muss ich die Radschrauben wirklich nach 50–100 km nachziehen?
Ja, das ist empfehlenswert. Durch Setzerscheinungen und Temperaturschwankungen kann sich der Sitz minimal verändern. Nachziehen mit korrektem Drehmoment erhöht die Sicherheit.
Was bedeutet das Alpine-Symbol genau?
Das Bergpiktogramm mit Schneeflocke (3PMSF) kennzeichnet Reifen, die eine genormte Wintertauglichkeitsprüfung bestanden haben. Seit Herbst 2024 ist es in Deutschland für Winter- und Ganzjahresreifen bei winterlichen Bedingungen verpflichtend. Reine M+S-Markierungen ohne Alpine-Symbol reichen nicht mehr aus.
Wie alt dürfen Winterreifen sein?
Eine fixe Altersgrenze gibt es gesetzlich nicht, aber ab etwa 6–8 Jahren verliert die Gummimischung an Elastizität und Haftung. Neben dem Alter ist die Profiltiefe (empfohlen ≥ 4 mm) und der allgemeine Zustand entscheidend.
Wie lese ich den DOT-Code?
Die letzten vier Ziffern stehen für Woche/Jahr der Herstellung. Beispiel: 2519 = Kalenderwoche 25 im Jahr 2019.
Was mache ich, wenn das RDKS nach dem Reifenwechsel leuchtet?
Prüfe zuerst den Luftdruck an allen vier Rädern (und dem Reserverad, falls mit Sensor). Korrigiere ihn auf Herstellervorgabe. Bei direktem RDKS müssen Sensoren ggf. initialisiert/angelernt werden. Hält ein Reifen die Luft nicht, zur Werkstatt – möglicher Schaden am Reifen/Ventil/Sensor.
Soll ich die Radschrauben/Muttern fetten?
Nein. Fett/Öl verfälscht das Anzugsdrehmoment und kann zu Überdrehung oder Radverlust führen. Anlageflächen und Gewinde müssen sauber und trocken sein.
Wie lagere ich meine Sommerreifen richtig?
Kompletträder: Flach liegend stapeln oder an einem Felgenbaum aufhängen, Reifendruck um 0,2–0,5 bar erhöhen. Lose Reifen: Aufrecht stehend lagern und gelegentlich drehen. In kühler, trockener, dunkler Umgebung aufbewahren – fern von Hitze und direkter Sonne.
Kann ich Winterreifen im Sommer weiterfahren?
Davon ist abzuraten. Winterreifen haben bei Wärme verlängerte Bremswege, ein schwammigeres Fahrverhalten und höheren Verschleiß. Wechsle, sobald die Temperaturen dauerhaft über ~7 °C liegen.
Muss ich nach der Montage auswuchten lassen?
Bei jeder Reifenmontage auf die Felge sollte ausgewuchtet werden. Spürst Du Vibrationen im Lenkrad oder der Karosserie, lass die Räder prüfen und ggf. neu wuchten. Bei reinen Radwechseln (Kompletträder) genügt oft eine Sichtkontrolle, Wuchten ist bei Unruhe jedoch sinnvoll.
Was ist mit Schneeketten?
Prüfe, ob Dein Reifenformat für Schneeketten zugelassen ist und ob der Fahrzeughersteller Freigaben/Begrenzungen nennt. In einigen Regionen sind Schneeketten bei entsprechender Beschilderung Pflicht. Probe das Anlegen im Trockenen.
Kann ich Winterreifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex fahren?
Ja, sofern zulässig und entsprechend gekennzeichnet (Warnhinweis im Sichtfeld). Prüfe die Vorgaben in den Fahrzeugpapieren und im Handbuch.
Wie rotiere ich Winterreifen?
Wenn Laufrichtung und Dimensionen es erlauben, kannst Du zur Saisonmitte vorn/hinten tauschen (z. B. vorne links ↔ hinten links, vorne rechts ↔ hinten rechts). Das fördert gleichmäßigen Verschleiß. Richtungsgebundene Reifen bleiben seitengebunden.
Woran erkenne ich falschen Druck unterwegs?
Träges Einlenken, erhöhter Verbrauch, walkende Reifenschultern = meist zu niedriger Druck. Geringe Aufstandsfläche in der Mitte, nervöses Fahrverhalten = oft zu hoher Druck. Regelmäßig prüfen.
Mit dieser Anleitung setzt Du die wichtigsten Schritte nach dem Reifenwechsel punktgenau um – von der ersten Druckprüfung bis zur professionellen Einlagerung der Sommerreifen. So bleibst Du den Winter über sicher unterwegs und schützt Deine Investition in gute Winterreifen effektiv.



Kommentar abschicken